Schulprobleme

Den Zusammenhang zwischen Hören und Lernen realisierte Tomatis, als er entdeckte, dass jede Sprache ihren eigenen Frequenzbereich hat. Er fand heraus, dass man das Ohr trainieren kann, sich auf die speziellen Frequenzen der jeweiligen Sprache einzustellen. Sein Fazit: um zu lernen, muss man gut zuhören, also horchen können.

Diese Erkenntnis eröffnete den neuen Forschungsbereich "Lernen."

Tomatis fragte sich, ob es einen Unterschied machen würde, mit welchem Ohr man bevorzugt hört. Genauso wie es eine bevorzugte Hand gibt, stellte er fest, gibt es auch ein bevorzugtes Ohr. Seine weiteren Forschungen ergaben, dass „rechtsohrige“ Menschen sehr viel leichter lernen. Die Begründung dafür hat einen neurologischen Grund: Das rechte Ohr schickt seine Wahrnehmungen zur linken Gehirnhälfte. Dies ist die schnellere und genauere Verbindung, da die Nervenverbindungen kontralateral (sich kreuzend) angelegt sind und das für Sprachanalyse zuständige Zentrum in der linken Gehirnhälfte liegt.

„Linksohrige“ Menschen schicken ihre Wahrnehmungen in die rechte Gehirnhälfte, wo Sprache nicht verarbeitet werden kann. Die Signale müssen also erst über den Verbindungsbalken (Corpus Kallosum) geschickt werden. Dieser längere Weg verzögert nicht nur die Sprachentschlüsselung, sondern es gehen auch einige der hohen Frequenzen verloren, die ausschlaggebend zur richtigen Interpretation der Sprache sind. („b“ und „p“ entscheiden sich z. B. nur durch die höheren Frequenzen voneinander). Jemand mit einem „linken“ Ohr muss also nicht nur die zeitliche Verzögerung ausgleichen, sondern auch aus dem Kontext erraten, was gemeint war. Missverständnisse sind so vorprogrammiert.

Mit der Tomatis-Methode besteht die Möglichkeit, den Menschen auf „Rechtsohrigkeit“ zu trainieren. Hierzu wird die Balance zwischen den beiden Ohren, durch das von Tomatis entwickelte „elektronische Ohr“ allmählich auf das rechte Ohr verlagert.

Tomatis beobachtete während seiner Forschung ebenfalls, dass hohe Frequenzen das Ohr quasi mit Energien aufladen, da diese mehr auditorische Informationen an das Gehirn liefern und es dadurch, wie einen Akku, mit Energien auftanken.

Durch die Wechselschaltung im „elektronischen Ohr“ wird nebenbei auch der Teil des Ohres stimuliert, der unsere Bewegungen reguliert (das Gleichgewichtsorgan) und so dafür gesorgt, dass sich auch die motorischen Fähigkeiten verbessern.



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